Momo

Entdeckt habe ich "Momo" vergangene Woche, als ich unser Altpapier wegbringen wollte.

Sie streunte um die Mülltonnen und kam neugierig näher, als ich mich bückte und sie ein wenig lockte. Sie kroch direkt unter meine Jacke, schnurrte und hätte mir sogar Köpfchen gegeben, wenn ich nicht weggezogen hätte.

Ein Stück kam sie mir noch nachgelaufen, als ich wieder ging. Ich erzählte Andi abends von der Begegnung. Die Kurze machte nicht den Eindruck eines typischen Freigängers, hatte kein Winterfell und wirkte noch sehr jung.

Naja, war erstmal abgehakt.

 

Samstagvormittag klingelten unsere Nachbarn bei uns, ob Pete uns entwischt sei? Es säße eine schwarz-weisse Katze auf deren Terrasse und bettelte um Einlass. Nö, Pete war es nicht, Andi ging mit runter und berichtete hinterher, dass die Katze total zutraulich sei, aber er keinen Chip hatte fühlen können. Es handelte sich um die gleiche Miez, die ich Donnerstag schon gesehen hatte.

Samstagnachmittag wurde berichtet, dass die Katze immer noch auf der Terrasse sei bzw. bei den Schwiegereltern nebenan auf der Fußmatte schlafen würde.

Abends schellten Nachbar und seine Tochter wieder an und sagten, die Katze sei immer noch da.

Unser tierliebes Herz brachte uns dann dazu, den Nachbarn ein Katzenbettchen mit runter zu geben, damit die Miez wenigstens in der Nacht ein kuscheliges Plätzchen hätte. Und zwei Näpfe und Futter gaben wir auch noch mit. Hinterher fiel Andi ein, dass ein Kennel ja auch nicht sooo schlecht als Übernachtungsmöglichkeit sei, also ging er noch mal runter und brachte es vorbei.

Die Katz hatte sich bereits hungrig über das Futter her gemacht und danach das Katzenbettchen okkupiert... Der Kennel wurde noch lieber angenommen, Katzenbettchen rein und dann beschlossen wir, bis Sonntag abzuwarten.

 

Sonntagvormittag war die Katz immer noch da... sie hatte sich die ganze Nacht nicht aus dem Kennel wegbewegt, den die Nachbarn hinterher noch mit einem Betttuch umwickelt hatten, damit sie es schön muckelig warm hatte.

Also entschlossen wir, beim Tierheim anzurufen und dort die Katz auf einen Chip untersuchen zu lassen. Andi fuhr mit der aufgeregten Nachbarstochter und der Miez hin und ich saß wie auf heissen Kohlen und wartete...

 

Ende vom Lied: Katze hatte keinen Chip und auch keine Tätowierung... Stirnrunzelnd Im Tierheim sprach man die Vermutung aus, dass es sich um ein Weihnachtsgeschenk handeln könnte, das jetzt doch zu unbequem wurde. Ich darf nicht weiter darüber nachdenken...

 

Zunächst stand zur Diskussion, dass evtl. die Nachbarn die Katze behalten würden, wenn sich niemand meldet. Bis sie aber das notwendige Equipment hätten bzw. der Familienrat diesen Beschluss tatsächlich machen würde, sollte die "Katze ohne Namen" solange bei uns bleiben, da wir ja alles notwendige hier haben.

Kontrolle auf Flöhe war negativ, also blieb sie hier.

Ich wusste gar nicht, dass Pete brummen und fauchen kann... Als er "Momo" zum ersten mal gegenüber stand, war er sichtlich irritiert. Später standen sie sich in 2 Meter Entfernung gegenüber, "Momo" brummte und fauchte, Pete miaute kläglich und machte sich klein... und trat schließlich den Rückzug an.

Sonntag und Montag verbrachten Pete und Cleo lieber im Schlafzimmer... einträchtig auf bzw. unter der Tagesdecke des Bettes. Momo fand unterdessen ihren neuen Lieblingsplatz im Katzenbettchen auf dem Beistelltisch im Wohnzimmer. Dort verbrachte sie den Sonntag komplett schlafend, man merkte, wie sehr ihr die Aufregung der letzten Tage in den Knochen steckte.

Seit gestern okkupiert sich die gesamte Wohnung, faucht weniger, es gibt weniger Gebrumme und zwischendurch sind sich die Katzen nah, ohne dass jemand einen Ton sagt. Würde sagen, es kehrt so langsam wieder "Alltag" ein.

 

Ach ja, am Montag stand dann erstmal ein Marathon an Telefongesprächen auf dem Programm. Ein Hoch auf die Telefonflatrate Zwinkernd

Ich habe beim Tierschutzverein angerufen und nachgefragt, ob die Katze als vermisst gemeldet wurde. Fehlanzeige...

Sämtliche Tierärzte habe ich ebenfalls informiert bzw. nachgefragt - auch dort vermisste niemand eine Katze.

Polizei und Feuerwehr sind auch in Kenntnis gesetzt, falls dort jemand nachfragt. Aber bisher auch nix.

Im Internet habe ich sie beim Tierschutzregister gemeldet. Daraufhin kam heute morgen eine Anfrage, aber das beigefügte Foto entsprach nicht "Momo".

 

Momentan ist der Stand der Dinge, dass wir versuchen werden, Momo in gute Hände zu vermitteln. Wobei... das auch schon wieder ein wenig auf der Kippe steht. Unser Herz hat die Kleine schon erobert, und wenn es zwischen ihr, Pete und Cleo in den nächsten Tagen nicht noch zu einer Eskalation kommt, könnte man evtl. die Überlegung treffen, ob sie nicht doch bei uns bleibt.

Fakt ist: ins Tierheim kommt sie auf gar keinen Fall. Andi war total schockiert von den Zuständen da und ist zum Glück der Meinung, dass man das einer Katze nicht antun sollte.

 

Langer Rede, kurzer Sinn... Ihr wartet bestimmt alle auf ein Bild von der Süßen Zwinkernd

 

 

 

 

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